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Giebichensteinbrücke – Ort der Grand Tour der Moderne 

Giebichensteinbrücke Giebichensteinbrücke. Foto: Hans Finsler, ca. 1930, © Sammlung Hans Finsler, Stadtarchiv HalleFährstraße, Kröllwitzer Straße
Erbaut: 1927/28, 1949, 1994/95
Architekten: Städtisches Bauamt (Adolf Heilmann, Johannes Motsch, Clemens Vaccano), Paul Thiersch, Gerhard Marcks und Josef Gobes 

Die Giebichensteinbrücke in Halle (Saale) zählt zu den bemerkenswerten Zeugnissen der historischen Brückenbaukunst. Die in konstruktiv-technischer und ebenso künstlerischer Hinsicht herausstechende Brücke hat eine zentrale Bedeutung im halleschen Straßennetz: Sie verbindet den Verkehr zwischen der Stadt und der im Norden gelegenen, ehemals selbstständigen Gemeinde Kröllwitz. Die heutige Anlage steht in der Nachfolge mehrerer Brückenbauten, die nacheinander errichtet worden waren. Sie wurde im Jahr 1928 fertiggestellt und besteht aus einer 261 Meter langen Stahlbetonmassivkonstruktion aus vier unterschiedlich breiten Segmentbögen. 

Für die künstlerische Gestaltung der Brücke wurden von der Kunstgewerbeschule Halle der Direktor Paul Thiersch bei der Architektur und der Bildhauer Gerhard Marcks zurate gezogen. Paul Thiersch und seinen Anregungen ist es heute zu verdanken, dass sich die Giebichensteinbrücke trotz der Wucht des Betons durch ihre moderne, am Klassizismus orientierte, versachlichte Form makellos in das Saaletal einpasst. Sie setzt in der Szenerie ihrer Architektur einen Kontrastpunkt zur historischen Burganlage auf dem Giebichenstein. 

Mit den Tierfiguren Kuh und Pferd wollte Gerhard Marcks die Gegensätzlichkeit von Stadt und Land thematisieren: die Kuh als Verkörperung der in sich ruhenden, traditionell geprägten Landwirtschaft in vergleichbarer Gegenüberstellung zur Dynamik des kraftvoll und wuchtig wirkenden Pferdes.  

In den letzten Zügen der Kriegswirren des Zweiten Weltkriegs wurde am 14. April 1945, um die Verteidigung der Stadt vorzubereiten, der Hauptbogen der Giebichensteinbrücke gesprengt. Ein Wiederaufbau erfolgte im Jahr 1949. Seit dieser Zeit wird die Brückenanlage, die heute an den Wochentagen im Durchschnitt von 22 000 Autos passiert wird, regelmäßig instand gesetzt und saniert, sodass sich selbst Kuh und Pferd noch in einem guten Zustand befinden.

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