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Ratshof 

Ratshof, Schwarzweißaufnahme von 1955Foto: Walter Danz, © Sammlung Walter Danz, Stadtarchiv HalleMarktplatz 1
Erbaut: 1928–30
Architekten: Wilhelm Jost, Philipp Löhr, Walter Nell und Theo Swillens, Bauplastik: Gustav Weidanz 

Der Ratshof in Halle (Saale) befand sich ursprünglich nicht direkt am Marktplatz, sondern auf der Rückseite des alten Rathauses. Der fünf- bis siebengeschossige, kubische Bau wurde 1929 unter Leitung des Stadtbaurates Wilhelm Jost errichtet, um die über das Stadtgebiet verteilten Dienststellen zu zentralisieren. Er gehörte gemeinsam mit dem Rathaus, dem Waagegebäude und dem Stadthaus zur kommunalen Verwaltung der Stadt und war zentral an der Ostseite des Marktplatzes gelegen. Seit der schweren Zerstörung des Rathauses und der Ratswaage kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges und nach Abriss des Rathauses 1948 besticht der Ratshof, der aus der zweiten Reihe nach vorne trat, heute platzbildprägend bereits von Weitem durch seine Werksteinverblendung in nüchtern-monumentalen Formen mit Stilelementen des Neuen Bauens, des Expressionismus und des Neoklassizismus. 

Im Inneren kennzeichnet den Bau ein 26 × 20 Meter allseitig umbauter gläserner Lichthof, der ursprünglich die Schalterhalle der Mitteldeutschen Landesbank beherbergte. Heute befindet sich an dieser Stelle der Bürgerservice (Einwohnermeldeamt), dessen Zugang, wie damals auch zur Bank, über eine Pfeilerhalle von der Leipziger Straße aus möglich ist. Eindrucksvoll, jedoch heute leider nicht mehr in Betrieb, ist der aus zwölf Kabinen bestehende Paternoster, ein Personenumlaufaufzug, der Publikumsverkehr im Hause ermöglichte. 

An der Ausgestaltung des Ratshofes waren in erheblichem Umfang die Werkstätten der Kunstgewerbeschule Burg Giebichenstein beteiligt. An der Südostecke fungiert noch heute ein quadratischer Eckturm mit Pyramidenhelm als Point de Vue zur Leipziger Straße, der zusätzlich mit fünf überlebensgroßen Standfiguren zwischen 2,20 und 2,75 Metern Höhe die südwestliche Turmkante als Blickfang bestimmt. Die Figuren entstanden nach Entwürfen und Modellen des Bildhauers, Metalleurs und Hochschullehrers Gustav Weidanz von der Kunstgewerbeschule Burg Giebichenstein.

 

 

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